Frankreich
Urlaub in Gallien
Wenn Deutschland im Februar noch im Winterschlaf liegt, sattelt eine kleine Gruppe Vaihinger Flieger die Anhänger und fährt dem Frühjahr entgegen. Die Reise geht nach Sisteron, etwa 50 km westlich von Orange im Durance-Tal gelegen, einem der bekanntesten französischen Alpen-Segelflugplätze.

Südfrankreich bietet Ende Februar – Anfang März Segelflugbedingungen, die in Deutschland erst Mitte Mai zu finden sind. Die Alpen sind aus verschiedenen fliegerischen Gesichtspunkten immer eine Reise wert. Die Ansprüche des Bergfliegens an die Piloten sind grundlegend anders als im Flachland. Es gilt Zusammenhänge zwischen Hangwinden, Thermik und Wellen zu erfassen, um sich längere Zeit in der Luft halten zu können. Wem es gelingt, im Hangwind Meter um Meter gutzumachen, und den Sprung in die Wellenaufwinde zu schaffen, wird durch Flüge auf 5000 m Höhe und gigantische Aussicht belohnt.
Wellen sind eine Besonderheit des Rhonetals und seiner Umgebung. Sie werden durch den von Norden kommenden Wind, den Mistral, erzeugt. Die Windströmung kann an langen Bergketten nicht seitlich ausweichen, sondern muss den Weg über den Bergrücken nehmen. Dadurch wird die Luftmasse bis in hohe Schichten wellenförmig angehoben. Die “Wellenberge” können zum Steigen genutzt werden. Dabei sind Steigwerte bis zu 10 m/s keine Seltenheit. Bei konstanter Wetterlage kann von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geflogen werden. Viele erfahrene Bergpiloten haben dieses 10-stündige Zeitfenster genutzt, um Strecken von bis zu 2000km und mehr zurückzulegen.

Neben seiner fliegerischen Attraktivität ist Südfrankreich aus einem weiteren Grund eine Reise wert. Neben der landschaftlichen Schönheit hat diese Region auch kulturell viel zu bieten. Auf Ausflügen kann man z.B. die Papstresidenz in Avignon besichtigen, über den römischen Viadukt Pont du Gard gehen oder im Grand Canon du Verdon Kanu fahren. Es ist wohl überflüssig, auf das gute französische Essen und den Vin rouge der Provence hinzuweisen.
Vive la France!

