Der Verein

Im Flugsportverein Vaihingen/Enz e.V. haben sich flugbegeisterte Personen aus Vaihingen/Enz und der näheren Umgebung zusammengeschlossen. Unsere aktiven Mitglieder (momentan ca. 30) besitzen einen Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer oder befinden sich hierzu in der Ausbildung.

Generell erfolgt die Ausbildung, durch Einsatz und Mithilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt, so preisgünstig wie nur möglich. Wir fördern den Leistungs- und Streckensegelflug; dabei bleibt aber auch für diejenigen unserer Mitglieder genügend Raum, die das lautlose Fliegen aus reiner Freude und dem Erleben der Natur in der näheren Umgebung betreiben wollen.

Im Frühjahr 2002 konnten wir mit Unterstützung der Stadt Vaihingen und einigen privaten Grundbesitzer unser Fluggelände auf dem Weitfeld (an nördlichen Stadtrand) erweitern. Vom Weitfeld aus hat man einen fantastischen Blick in die Umgebung und auf die Stadt.

Geschichte des Vereins

„Aller Anfang ist schwer.“

Die Gründerjahre

Die Ursprünge des Flugsportvereins Vaihingen/Enz e.V. lassen sich bis in die 30er-Jahre zurückverfolgen. Adolf Rapp, Architekturstudent im Norddeutschen, brachte den Segelflugsport in seine Heimatstadt. Dieser hatte durch die Rhönwettbewerbe große Popularität erlangt. Mit Hans Förnzler, Willi Seeburger, Fritz Boas, August Lachenmann, Albert Kreb, den Gebrüdern Hitt und Kachler, um nur einige zu nennen, fand er weitere Mitstreiter, welche sich für diese Idee begeisterten. Dass nun mit der Fliegerei gleich begonnen werden konnte, ist weit gefehlt. Zuerst einmal musste ein Segelflugzeug gebaut werden.

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In wechselnden Werkstätten, wie dem alten E-Werk, dem Bahnhofsschuppen Zimmermann und der Leimfabrik Conrad entstanden mehrere Schulgleiter. Teilweise bereits mit Verkleidung des Rumpfbootes, um bessere Flugleistungen zu erreichen. Bilder aus dieser Zeit zeigen Flugzeugtaufen, die unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit auf dem Vaihinger Marktplatz durchgeführt wurden.

Der Segelflug der Anfangsjahre war an Hänge und Berge mit günstigen Windverhältnissen gebunden. Für den Thermikflug reichten die Leistungen der Schulgleiter, welche mittels Gummiseil gestartet wurden, noch nicht aus. Geflogen wurde so am Auricher Berg, dem Roten Rain bei Roßwag und den Hängen bei Heidelsheim. Weitere Ausfahrten führten ins Nagoldtal und an die Teck bei Kirchheim.

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Mit der Machtübernahme der NSDAP begann auch für den Segelflug die Gleichschaltung und Eingliederung in den Interessenverband der Machthaber. Die Fliegerei wurde im NS-Fliegerkorps organisiert, die neu gegründete Luftwaffe brauchte Rekruten in allen Funktionen, möglichst mit fliegerischer Vorbildung. Die staatliche Förderung des Flugsports erfolgte nicht allein aus der Begeisterung für den Idealismus der Fliegerei, dieser erlebte dadurch jedoch einen breiten Aufschwung. Dem Zusammenbruch des III. Reiches folgte das Verbot der Alliierten, mit dem den Deutschen alle Flugaktivitäten untersagt wurden. Das Verbot wurde erst 1951 für den Segelflug, 1953 dann auch für die Motorfliegerei aufgehoben.

Im Mai 1951 glückte die Wiedergründung des Vereins. Den Kern bildeten Flieger, die den Krieg überlebt hatten und von der Faszination des Fliegens gefangen waren. Die Gruppe bestand, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, aus Walter Häselin, Fritz Neff, Paul Layer, Paul Schrag, Gustav Pfeiffer und Otto Ohnheiser. Der Verein wuchs schnell durch Eintritte jüngerer Mitglieder. Die Geschwister Mayer, Sasse und Fritz, Hans Kugel, Lore Eckert und Marlene Nestl kamen zum Verein.

Die Begeisterung und der Wille, es zu packen, waren groß beim Neubeginn. Kein Flugzeug hatte die Nachkriegswirren überlebt. Werkstatt und Werkzeuge waren auch nicht mehr vorhanden.

Der Wiederbeginn

Unter der Aufsicht von Werkstattleiter Fritz Neff entstanden anfangs der 50er-Jahre ein Schulgleiter SG 38 sowie ein Grunaubaby III. Die Flugzeuge wurden, solange noch keine eigene Werkstatt zur Verfügung stand, im Untergeschoss der neuen Grundschule gebaut. In der Marienburger Straße 71 errichteten die Flieger auf den Überresten des Rüstungswerks in Eigenarbeit eine zweigeschossige mustergültige Werkstatt. Der erste Bauabschnitt erfolgte im Jahr 1952. Der Ausbau in seiner heutigen Form entstand 1959/1960, erweitert um einen Garagenanbau 1975.

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Um den Ansprüchen des Flugbetriebs Rechnung zu tragen, folgte der Eigenbau eines Nürflüglers des Typs AV 36 (1957), und für die Schulung eine Rhönlerche II (1958). Dieser Doppelsitzer, der heute noch in einer Oldtimer-Haltergemeinschaft des Vereins geflogen wird, löste endlich die Schulung auf dem einsitzigen Schulgleiter ab. Für den Leistungsflug wurden zwischen den Jahren 1962 und 1965 zwei Einsitzer vom Typ K8 b gebaut. Nicht vergessen werden darf, dass unter der Leitung von Paul Layer, dem langjährigen Leiter unserer mechanischen Werkstatt, eine Seilwinde zum Hochstart von Segelflugzeugen und ein Seilrückholfahrzeug gebaut wurden. Das Rückholfahrzeug war bis 1997, also über 40 Jahre hinweg, im rauen Flugplatzbetrieb im Einsatz gestanden.

Um den gestiegenen Anforderungen der schwereren und schnelleren Segelflugzeuge Rechnung zu tragen, wurde 1979 – ebenfalls im Eigenbau – eine Doppeltrommelwinde mit einem 260 PS starken Dieselmotor gebaut. Konstrukteur war wieder Paul Layer, unterstützt durch seinen Sohn Peter und vielen weiteren Vereinsmitgliedern.

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Die Fluggelände des Vereins

Zum Neubeginn nach dem Krieg konnte in Vaihingen/Enz leider kein permanenter Flugplatz eingerichtet werden. Die Vaihinger nahmen als Gastflieger in Karlsruhe, Bruchsal und Ludwigsburg am Flugbetrieb teil. Nur in der wachstumsfreien Zeit im Frühjahr und Herbst konnte in Vaihingen auf dem Weitfeld, an gleicher Stelle des heutigen Segelfluggeländes, geflogen werden. Anfang der 70er-Jahre gelang es, in mehr als bescheidenem Rahmen, Ackerland zu pachten und hier einen regelmäßigen Flugbetrieb durchzuführen. Wurde während der Saison der Bewuchs der umliegenden Felder zu hoch, fand man für beschränkte Zeit Aufnahme beim Nachbarverein in Mühlacker.

In den letzten Jahren konnte durch Zupachten von weiteren Flächen das Landefeld an die Anforderungen der heutigen Kunststoff-Segelfugzeuge angepaßt werden.

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