Information zur geplanten Erweiterung der Flugplatzgenehmigung

Information über die Hintergründe und Absichten unseres Vereins

Flugsport ist ein Sport, der das ehrenamtliche und verantwortungsbewusste Engagement und die Begeisterung aller in vielen Freizeitstunden in der Werkstatt, Vereinsarbeit und auf dem Flugplatz erfordert.

Um auch in Zukunft insbesondere für den Nachwuchs, aber auch für erfahrene Piloten attraktiv zu bleiben, haben wir Anfang 2015 beim Regierungspräsidium (RP) einen Antrag für eine dauerhafte Motorsegler-Eigenstartgenehmigung und Erweiterung der Flugplatzgenehmigung gestellt. Momentan muss die Eigenstartgenehmigung regelmäßig verlängert werden. Im Vorfeld haben wir für die Erweiterung der Genehmigung eine schalltechnische Untersuchung erstellen lassen, welche unter Einhaltung der strengen gesetzlichen Vorschriften die maximal mögliche Zahl von täglichen Starts für unterschiedlich motorisierte Luftfahrzeuggruppen ermittelt hat.

Für motorgetriebene Luftfahrzeuge ergab diese Untersuchung rein rechnerisch eine unrealistisch hohe Anzahl von möglichen täglichen Starts, bevor die schalltechnischen Grenzwerte erreicht werden. In allen Jahren, seitdem der rote Motorsegler rund um Vaihingen in Betrieb ist, machte die tatsächliche Startzahl nur einen geringen Bruchteil der aus schalltechnischer Sicht erlaubten Startzahl aus. Daran wollen wir auch in Zukunft nichts verändern.

Am 14. September lag unser Antrag zur öffentlichen Beratung im Vaihinger Stadtteilausschuss vor. Er löste Kritik an der Vorgehensweise und Verunsicherung bei Teilen der Gremien, bei Bürgern und Anwohnern aus. Insbesondere manche Anwohner, die sich inzwischen in einer Bürgerinitiative organisiert haben, befürchten eine Ausweitung des Flugbetriebs mit Zunahme der Geräusch-Emissionen und eine tägliche Absperrung des Weitfelds. Diese Befürchtungen sind unbegründet. Wir nehmen die Anliegen der Bürger ernst und sind – wie dies seit Jahrzehnten der Fall ist – auch in Zukunft an guten Beziehungen zu allen Beteiligten in Vaihingen und den angrenzenden Gemeinden interessiert. Deshalb haben wir den gestellten Antrag bereits am 18. September 2015 beim RP zurückgezogen.

Wir fühlen uns auch zukünftig vorrangig dem Segelflug verpflichtet. Dennoch hat der doppelsitzige rote Motorsegler in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Vereinsattraktivität und einer stabilen Mitgliederzahl beigetragen. Wir sind überzeugt, dass ohne ein ergänzendes – allerdings begrenztes – Angebot an motorisiertem Flug der Verein mittelfristig nicht überlebensfähig ist. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Zu ihnen zählt der gesellschaftliche Wandel mit einer völlig veränderten, vor allem zeitlichen Erwartung an die Freizeitgestaltung. Dazu zählt aber auch, dass beispielsweise ohne die Möglichkeit des Flugzeugschlepps der Anschluss an den sportlichen Streckensegelflug verloren geht, und der Verein damit über kurz oder lang von der Entwicklung und vor allem auch Erzielung von Wettbewerbserfolgen seiner Mitglieder abgehängt wird.

Bei unserem Flugplatz handelt es sich aus zulassungsrechtlicher Sicht um ein Segelfluggelände, woran sich auch in Zukunft nichts ändern wird. Der Betrieb von Motorflugzeugen (Gruppe D-E) bleibt auch weiterhin ausgeschlossen, dasselbe gilt für das Absetzen von Fallschirmspringern. Ebenso wenig werden in Zukunft Motordrachen („Trikes“), motorisierte Gleitschirme, Tragschrauber (Gyrokopter) oder ähnliches Luftsportgerät auf dem Flugplatz betrieben. Auch ist die Genehmigungserweiterung für Flugmodelle nicht geplant. Das Segelfluggelände wird auch zukünftig nur von den eigenen Vereinsmitgliedern genutzt (von einzelnen Besuchern bei besonderen Veranstaltungen abgesehen).

Wir möchten uns jedoch für die Zukunft die Möglichkeit offen halten, auf unserem Fluggelände als Alternative zum Motorsegler den Ultraleichtflug in „traditioneller Bauweise“, d.h. mit starren Tragflächen und Drei-Achs-Steuerung, zu betreiben. Gegenüber dem derzeitigen Vereins-Motorsegler haben diese modernen Ultraleichtflugzeuge (UL) neben meist leiseren Motoren auch ein günstigeres Verhältnis von Leistung zu Gewicht und dadurch eine deutlich höhere Steigrate. Das Flugzeug gewinnt schneller an Höhe, mit einer entsprechend zusätzlich günstigeren Auswirkung für die Geräuschwahrnehmung am Boden.

Der Windenschlepp von Segelflugzeugen ist gegenüber dem Flugzeugschlepp die deutlich günstigere Alternative und bleibt allein deshalb schon die meist angewandte Startart. Es gibt jedoch gelegentlich Wetterlagen, die für eine segelfliegerische Nutzung in sportlicher Hinsicht den Flugzeugschlepp nahelegen oder voraussetzen. Auch gehört dieser heute zur umfassenden Nachwuchs-Ausbildung und stellt daher eine Investition in die Jugend und damit in die Zukunft dar. In der Wettbewerbs-Fliegerei, beim Gebirgssegelfliegen und fast überall im Ausland kommt man nur mit dieser Startart in die Luft und benötigt hierzu die erforderliche Berechtigung und In-Übung-Haltung.

Wir sichern ihnen zu, dass wir auch in der Zukunft, wie bereits in der Vergangenheit alle Maßnahmen ergreifen, um Geräuschemissionen auf ein Minimum zu beschränken. Der derzeit betriebene Motorsegler wurde bereits auf den leisesten am Markt erhältlichen Motor umgerüstet. Die Abflugrouten verlaufen nicht über bewohntem Gebiet. Eventuelle Flugzeugschlepps hinter einem UL sollen ausschließlich vom östlichen, also von der Stadt weiter entfernten Start- und Landefeld aus stattfinden.

Die Absperrung der Feldwege um den Flugplatz herum ist nur beim Windenstart wegen der ausgelegten Windenseile Vorschrift. Bei einem Einzelstart mit dem Motorsegler ist diese Art der Absperrung entbehrlich, wenn eine eingewiesene Person die Freiheit von Hindernissen beim Start- und Landevorgang überwacht.

Wir wollen an den Betriebszeiten der bisherigen Genehmigung nichts verändern und auch die zukünftigen täglichen Startzahlen werden sich daran orientieren. Wir hoffen mit unserem Anliegen auf Erweiterung der Flugplatzgenehmigung unter den genannten Bedingungen auf Akzeptanz in der Bevölkerung. Die erweiterte Genehmigung ist ein entscheidender Schritt für die Bestandssicherung und Zukunftsentwicklung des Vereins und damit die Voraussetzung, dass auch künftig der Flugsport von Vaihingen aus betrieben werden kann. Nur so kann diese Hobbysportart in Vaihingen gleichermaßen für erfahrene und jugendliche Piloten erhalten und interessant bleiben.
Den Entwurf für einen überarbeiteten Antrag planen wir für das erste Quartal 2016. Im Vorfeld dazu werden wir das Gespräch mit allen Interessierten, der Stadt, ihren Gremien, den Landwirten und den Anwohnern suchen. Der nach diesen Gesprächen erarbeitete endgültige neue Antrag wird im Vorfeld öffentlich ausgelegt.

Nähere Infos zum Flugsportverein Vaihingen erhalten Sie gerne im persönlichen Kontakt.

    Info zum Antrag auf Erweiterung der Flugplatzgenehmigung

    Sehr geehrte Anwohner und Vaihinger Bevölkerung,
    sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Maisch,
    sehr geehrte Mitglieder in den Gremien der Stadt Vaihingen,

    unser Antrag beim Regierungspräsidium Stuttgart (RP) auf Erweiterung der bestehenden Flugplatzgenehmigung vom 06.05.2015 hat in der vorliegenden Form viele Fragen und Verunsicherung ausgelöst.

    Wir haben uns daher entschieden, den aktuellen Antrag beim RP Stuttgart zurückzuziehen und planen zu einem späteren Zeitpunkt einen deutlich modifizierten Antrag neu zu stellen.

    Der Flugsportverein Vaihingen/Enz nimmt die Bedenken der Anwohner sehr ernst, möchte weiterhin die guten Beziehungen beibehalten und respektiert vor allem das Recht auf Ruhe, auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus.

    Wir werden in Kürze eine detaillierte Stellungnahme veröffentlichen, die auf die genannten Punkte eingehen wird. Der FSV Vaihingen/Enz ist darüber hinaus jederzeit für Gespräche offen, wünscht sich einen fairen Dialog und möchte zu gegebener Zeit für den neuen Entwurf Rede und Antwort stehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Vorstand

    Flugsportverein Vaihingen/Enz e.V.

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