Cabrio

Manche Leute im Flugsportverein Vaihingen/Enz haben halt etwas gegen Leistung

So, ihr seid es also endgültig satt, im Sommer unter der Sonne und eurer geschlossenen Glasglocke zu schwitzen. Sehr gut, eine kluge Entscheidung. Hier sind ein paar Tips und Hilfen, wie wir es beim Bau von unseren beiden Hauben geschafft haben, den Papierkrieg möglichst gering zu halten und einige Skizzen, die Euch beim Bau hoffentlich hilfreich sind.

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1. Allgemeines

Der Bau einer Cabrio-Haube ist eine „Änderung am Stück“ und muss deshalb zugelassen werden. Die zuständige Luftfahrtbehörde muss vor der Änderung benachrichtigt werden, um sicherzustellen, dass die Lufttüchtigkeit des Luftfahrtgerätes nicht beeinträchtigt wird. · Die zum Antrag auf „Änderung am Stück“ nötigen Nachweise müssen von euch erbracht werden.

Die Durchführung der Änderung erfolgt auf eigene Verantwortung.

Der Flugsportverein Vaihingen/Enz übernimmt keine Haftung für diese Unterlagen. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund von Fehlern in diesen Unterlagen sind ausgeschlossen!

2. Die Zulassung

Am wichtigsten für eine Zulassung beim LBA ist eine Unbedenklichkeitserklärung des Herstellers. Als erstes solltet ihr Euch also mit dem Hersteller des Flugzeuges, das ihr mit einer offenen Haube ausstatten wollt, in Verbindung setzen und um eine Unbedenklichkeitserklärung bitten. (Bei manchen Herstellern ist es nötig, das ihr mindestens einmal pro Tag anruft oder ein Fax schickt bevor sich etwas tut.)

Wenn ihr dann eine Unbedenklichkeitserklärung bekommt, wird euch wahrscheinlich auch eine Kopie für eine oder mehrere Seiten im Flughandbuch mitgeliefert werden. Diese Unterlagen sendet ihr zusammen mit einem formlosen Schreiben an das Luftfahrtbundesamt: – Antrag auf „Änderung am Stück“ – Sämtliche Unterlagen, die Ihr vom Hersteller für das Flughandbuch zugeschickt bekommt – Ein kurzes formloses Begleitschreiben

Jetzt müsst ihr nur noch auf die Zustimmung des LBAs warten, und dann kann der Bau beginnen.

3. Der Bau

Es ist sinnvoll, die offene Haube aus dem selben Material zu bauen, wie die Originalhaube bei einer Ka6, also in Holzbauweise. Ihr solltet Euch für die Leitung des Baus auf alle Fälle einen in der Holzbauweise erfahrenen Werkstattleiter heraussuchen, da vieles nicht ganz einfach ist und Erfahrung sehr hilfreich ist. Hier folgen noch einige Skizzen und Erklärungen, wie wir unsere Haube gebaut haben. Wir hoffen, dass wir euch damit bei Eurem Bau weiterhelfen können. Hier ist eine Skizze des hinteren Spanntes. Für die Holzleisten sollte Kiefernholz mit den Maßen von ca. 4×8 mm verwendet werden. Für die Beplankung der gesamten Haube empfiehlt sich ca. 1,5 mm starkes Sperrholz. Die Leisten können vor dem beplanken auf einem geraden Baubrett mit den Füllklötzen verleimt werden. Die Füllklötze sind wichtig, für die Befestigung der Haubenbolzen. Nachdem die erste Seite beplankt ist kann man den Spannt vom Brett entfernen und die andere Seite beplanken. Bevor ihr Holzleisten biegt, solltet ihr sie entweder eine Zeit über Wasserdampf halten oder in einen feuchten Lappen eingewickelt mit einem heißen Bügeleisen bügeln, damit sie beim Biegen nicht zerbrechen. Dann biegt ihr sie und befestigt sie auf einem Holzbrett. Lasst sie vor dem verleimen gut trocknen. (Ein bis zwei Tage) Der vordere Spannt wird nicht wie der hintere aus Leisten gebaut und dann beplankt. Er sollte massiv gebaut werden, wegen der Befestigung des Haubenverschlusses. Passt deshalb ungefähr 5 bis 6 Kieferleisten der Kontur des Rumpfes an und verleimt sie miteinander. Auch die beiden unteren Rahmenteile der Haube wurden bei uns aus 2 oder 3 etwas dickeren Kieferleisten zusammengesetzt, da der Haubenrahmen auch unten eine leichte Krümmung hat. Für den Bau der Reling, also der Haubenöffnung werdet ihr wahrscheinlich wie wir eine Helling benötigen. Diesen Rand solltet ihr auch aus 4 bis 5 möglichst dünnenLeisten zusammenkleben, da sie ziemlich stark gebogen werden müssen. Der Rahmen sollte nach dem verleimen mindestens eine Woche auf der Helling gut befestigt sein und durchtrocknen, damit der Rahmen seine Form behält. Passt nun alle Teile so dem Rumpf an, wie die Haube später aussehen soll. Fixiert alles, und beginnt damit die hier abgebildeten Füllklötze anzupassen und einzusetzen. Die hinteren beiden werden etwas größer, deshalb solltet Ihr leichtes Holz (Pappel) verwenden. Für die anderen können Kieferleisten (ca. 10×20 mm) verwendet werden. Die beiden vorderen Leisten sollten mindestens 5 cm Abstand von einander haben, da die Haubenverriegelung dazwischen eingebaut wird. Wenn alle Klötze eingeleimt und die Leimungen trocken sind, kann damit begonnen werden, die Kontur der Haube dem Rumpf anzupassen. Dazu sollte die Haube auf dem Rumpf sicher befestigt werden und der Rumpf gegen Kratzer (am besten durch abkleben mit einer Klebefolie) geschützt werden. Das System der Haubenverriegelung ist ziemlich einfach und lässt sich in jeder durchschnittlich eingerichteten Metallwerkstatt herstellen. Die Skizze dürfte alles wesentliche sagen. Wenn die Verriegelung eingebaut ist, kann mit der Beplankung begonnen werden. Da sich die Beplankung nicht an einem Stück über die gesamte Haube zeihen lässt, muss sie in mehreren einzelnen Teilen und Arbeitsgängen angebracht werden. Die Schäftungen sollten an den Stegen angesetzt werden, um beim verleimen einen besseren Anpressdruck zu erreichen. Die Reihenfolge in der die Felder beplankt werden hängt von der Form der Haube ab. (Es ist nicht unbedingt günstig, zuerst die gesamte äußere Seite zu beplanken) So, jetzt habt ihr es schon fast geschafft. Das einzige, was jetzt noch zu tun ist, sind die zwei Haubenbefestigungsbolzen herzustellen und anzubringen und eine Befestigung für die Windschutzscheibe zu bauen. Bei den beiden Bolzen dürfte es keine Probleme geben, da es sich dabei um zwei einfache Bolzen mit je einem Befestigungsblech in der Mitte handelt. Bevor ihr allerdings die Scheibenbefestigung anbringen könnt, braucht ihr eine Scheibe. Ihr solltet kein normales Plexiglas benutzen und versuchen es zu biegen, auch nicht wenn ihr es vorher erwärmt, denn durch die Spannungen bilden sich innerhalb von einigen Wochen überall Risse, die schnell zu Brüchen werden und die die Sicht sehr beeinträchtigen können. Verwendet deshalb Glasscheiben von alten Flugzeughauben. Wenn ihr selber keine habt. könnt ihr in LTBs nachfragen. Dort gibt es meistens Stücke die groß genug sind, so dass man noch eine Windschutzscheibe herausschneiden kann. DAS WAR’S: Lackieren, Jahresnachprüfung, aufsetzen, FERTIG!

Zum Schluss müssen wir euch noch einmal daran erinnern, dass dies alles nur Skizzen und Vorschläge sind und dass wir für die Richtigkeit der Skizzen KEINE Verantwortung übernehmen können. Außerdem können wir keinerlei Haftung in einem Schadensfall übernehmen. Eure Werkstattleiter werden auf eigene Verantwortung diese Änderungen vornehmen. Wir bitten dafür um Verständnis. Ansonsten wünschen wir allen zukünftigen Fliegerkameraden der „offenen“ Klasse viel Spaß beim Bau und beim Betrieb ihrer neuen Haube und wir hoffen das wir euch helfen konnten.

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