Vaihinger Piloten erkunden den Süden Deutschlands und Frankreichs

Bilanz nach 1 Woche: Tolle Allein- und Streckenflüge, erfolgreiche B-Prüfung, super Flugwetter, neue Freunde und beste Stimmung

Vor Kurzem fuhren über 30 Piloten des Flugsportvereins Vaihingen/Enz und der befreundeten Fliegergruppe Asperg teils mit Familien und Freunden, vielen Zelten und Wohnwagen und dem Vaihinger Flugzeugpark (insgesamt acht Segelflugzeugen sowie dem Vereins-Motorsegler) nach Bartholomä auf die Ostalb. Es ging für über eine Woche bei bester Stimmung ins gemeinsam durchgeführte Fluglager mit tollen Flügen, dem Knüpfen neuer oder Vertiefen bestehender Freundschaften und dem Kennenlernen von Land, Leuten und Kultur. Und das Wetter spielte auch die ganze Zeit über mit, auch wenn es sehr heiß und trocken war, was andererseits aber lange Streckenflüge mit super Basishöhen bis 3.000 Meter Flughöhe erlaubte. Auch etliche Piloten der drei gastgebenden Vereine (Heubach, Akademische Fliegergruppe der Universität Stuttgart und Fellbach) waren dabei.

Nach dem täglichen Aushallen und Aufbau der Flugzeuge ab 9 Uhr und dem gemeinsamen Briefing mit der Wetterberatung,
dem Verteilung der Flugplatzdienste (Fluglehrer, Windenfahrer, Flugleiter, Fahrer der Seil-Rückholfahrzeuge) gegen 10 Uhr gingen kurz danach die ersten Starts raus. Gestartet wurde dabei an zwei nebeneinander stehenden Schleppwinden mit je zwei Seilpaaren, an denen nacheinander gestartet werden konnte, im Eigenstart mit dem Vaihinger Motorsegler oder im Flugzeugschlepp, den vor allem die Überlandflieger und diejenigen Piloten nutzten, welche ihre Flugzeugschlepp-Berechtigung erhalten oder auffrischen wollten.

Gemeinsam wurde von Bartholomä aus während dieser Woche bei 88 Streckenflügen, die im Online-Contest www.onlinecontest.org (OLC) gemeldet wurden, fast einmal die Erde umrundet: die stolze Gesamtstrecke von 38.317 Kilometern konnte erflogen werden, davon allein bei 13 Flügen fast 5.245 Streckenkilometer durch die Vaihinger Piloten. Aber längst nicht alle Überlandflüge und auch die über einhundert Schulflüge der am Lager teilnehmenden Flugschüler wurden dort nicht gemeldet. Insgesamt kamen die Vaihinger Piloten in dieser Woche bei 127 Starts auf eine Flugzeit von über 56 Stunden.

Ein bestimmt unvergessliches Erlebnis waren für den gerade 15 jährigen Dominik Friedl seine ersten drei Alleinflüge, die er mit Bravour meisterte; aber auch die anschließenden Wünsche der rund 30 Fliegerkameraden, die ihm neben dem Überreichen eines schönen Flugplatzstraußes in traditioneller Fliegermanier mit einem freundschaftlichen Klaps auf den Hosenboden das nötige Thermikgefühl verliehen und ihm stets schöne und vor allem unfallfreie Flüge wünschten. Kommentar von Friedl: „Echt tolles Erlebnis!“ An seiner Ausbildung waren alle sechs Vaihinger Fluglehrer (Matthias Seltsam, Tilly Anna Drechsel, Artur und Ingrid Mayer sowie Stefan-Ulrich Kühlbrey und Horst Wilser) beteiligt. Als weiter fortgeschrittener Flugschüler konnte Manuel Schenk auf den Flugzeugtyp Ka6 umgeschult werden und sogar gegen Ende des Fluglagers noch erfolgreich die B-Prüfung ablegen.

Weitere Highlights im Fluglager waren tolle Streckenflüge: Von Ingrid Mayer mit 552 und 532 km Strecke bis an den Thüringer Wald und zurück. Von Artur Mayer mit 518 und 504 km Strecke von Bartholomä aus über den Schwarzwald und die Schwäbische Alb zurück, wovon ein Flug mit einer Außenlandung auf dem Flugplatz in Oppingen endete, da er nach einem Gewitter mit Starkregen keinen Thermikanschluss mehr fand. Horst Wilser konnte einen schönen Flug über 300 km, der ihn nach Albstadt, Ellwangen, Neresheim und zurück führte, genießen. Auch Annette Mayer meldete drei Flüge mit 307, 306 und 223 km im OLC. Ebenfalls besonders erlebnisreiche Flüge gelangen unserem Fluglehrer Matthias Seltsam, davon 1 mal um die Kontrollzone des Nürnberger Flughafens herum (467 km) und 1 mal 415 km lang über die Schwäbische Alb bis in den Südschwarzwald nach Reiselfingen, dann den Schwarzwald hoch und über Vaihingen weg nördlich an der Stuttgarter Kontrollzone vorbei zurück nach Batholomä. Martin Porsch erflog sich 183 km im Raum Blaubeuren, Langenau und Ellwangen und Andreas Münich konnte auch einen Flug im OLC über 42 km melden.

Einen besonders schönen Flug hatten auch Michael Hummel (Pilot) und Eiko Ratzsch (Passagier) im roten Vaihinger Motorsegler. Die erste Strecke führte sie von Bartholomä aus über Biberach, östlich des Federsees und Weingarten nach Friedrichshafen, wo sie einen Überflug von der dortigen Flugleitung genehmigt erhielten, vorbei an zwei schönen Zeppelinen, die dort vor einer der Hallen standen. Dann ging es weiter den Bodensee entlang über Meersburg und südlich der Insel Mainau vorbei nach Konstanz, wo man landete und dem Flugzeug neuen Sprit gönnte. Von dort ging es nördlich der Insel Reichenau über Radolfzell nach Singen, um den Hohentwiel und mehrere Hegauberge herum über Messkirch und Leibertingen das wunderschöne Donautal entlang. Man flog an den Burgen Wildenstein, Hausen und Werenwaag und dem schönen Sigmaringer Schloss vorbei nach Mengen, wo der zweite Zwischenstopp eingelegt wurde. Die letzte Etappe ging über Riedlingen, am Bussen und Ehingen vorbei mit Blick aus ca. 10 km Entfernung auf Ulm Richtung Gerstetten, wo man in fast 3.000 m den Motor abstellte und dann im Gleitflug bis Aalen und Heubach zurück nach Bartholomä flog. Ein wirklich traumhafter gemeinsamer Flug! Auch so macht Fliegen Spaß!

Kaum aus dem Fluglager in Bartholomä zurück zog es Matthias Seltsam weiter zur 30. Deutsch-Französischen Alpenflugeinweisung für Multiplikatoren ins nationale französische Segelflugzentrum nach Saint-Auban in der Provence. Dort finden noch bis zum 25.08.2018 neben der morgendlichen theoretischen Fluglehrerfortbildung Trainingsflüge im Gebirgssegelfliegen statt. Bisher konnte Seltsam dort bereits bei fünf Flügen die für uns ungewohnte hochalpine Umgebung von Saint-Auban erkunden.

Auch dieses Jahr wird es in Vaihingen kein Flugplatzfest geben, da in Teilen der Vaihinger Bevölkerung der Lärm insbesondere auch am Flugplatzfest auf Ablehnung stieß und zudem die gesetzlichen Vorgaben und die Fixkosten dafür immer höher wurden. Stattdessen wird der FSV wieder sein traditionelles Göckelesfest für Familien und Freunde des Vaihinger Flugsports ausrichten, das dieses Jahr am Samstag, 20. Oktober, im Vereinsheim am Flugplatz geplant ist.

Infos zum Fliegen und zur Ausbildung beim FSV erhält man mittwochs und freitags ab 20 Uhr während den Werkstattzeiten im Vereinsheim am Flugplatz 1, telefonisch unter 07042-6555, auf der Homepage www.fsv-vaihingen.de oder am besten an schönen Sonn- und Feiertagen direkt bei den Fliegern auf dem Flugplatz im Weitfeld (Ende Nebensteigle).

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